Olympus Zuiko Digital Objektive - Welches Objektiv für welchen Zweck

Home
Standard System
Pro System
Top-Pro System
Sigma FT
Erfahrungsberichte
Fotoideen

Erfahrungsbericht zum Olympus ZUIKO DIGITAL 35 mm 1.3,5 Macro von Michael Nübel

Das ZUIKO DIGITAL 35 mm 1.3,5 Macro entstammt der Standardreihe der Olympusobjektive. Es ist eines der kleinsten Makroobjektive weltweit.
Es bringt lediglich 165 Gramm auf die Waage und ist 53 mm kurz. Die Naheinstellgrenze ab Sensorebene beträgt 146 mm und es ermöglicht einen Abbildungsmaßstab (AM) von 1:1.
Das Filtergewinde hat einen Durchmesser von 52 mm.
Die Anfangsblende beträgt 3,5 und die kleinste Blende 22.
Die Frontlinse liegt tief versenkt im Tubus, von daher ist eine Streulichtblende nicht nötig und gehört auch nicht zum Lieferumfang.

Wie von Olympus gewohnt ist die Verarbeitung sehr gut, obwohl das Objektiv aus Plastik besteht, macht es einen sehr wertigen Eindruck. Der Bajonettanschluss besteht allerdings aus Metall.
Das Objektiv ist nicht gegen Staub und Feuchtigkeit abgedichtet.

Der Tubus fährt beim Scharfstellen aus. Wenn ein Abbildungsmaßstab von 1:1 erreicht werden soll, um ca. 24 mm. Die Frontlinse dreht sich nicht mit, so dass Filter genutzt werden können.
Auf dem Tubus ist eine Skala auf dem der Abbildungsmaßstab abgelesen werden kann.

Der Schärfering ist angenehm zu bedienen und durch den makrotypisch langen Schneckengang ist ein sehr präzises manuelles Scharfstellen möglich. Aber auch der Autofokus arbeitet ausreichend flott um Insekten, die auf einer Blüte sitzen zu „erwischen“.

Blume5,6

Blume9,5

Kamera E-520 | Zeit: 1/250 | f 5.6 | ISO 100

Kamera E-520 | Zeit 1/125 | f 9.5 | ISO 100

Schmetterling

Blume9,5_100

Kamera E-520 | Zeit: 1/200 | f 8.0 | ISO 100

Kamera E-520 | Zeit: 1/125 | f 9.5 | ISO 100

Weitere Fotos in größerem Format

Wie nicht anders zu erwarten ist der typische Einsatzbereich dieses Zuikos die Makro- und Nahfotografie. Durch die gefühlte Brennweite von 70mm bietet es sich auch als Porträtobjektiv an.
Durch die Anfangsblende von f3,5 sind der Kreativität allerdings Grenzen gesetzt. Natürlich kann man mit dem 35er auch ganz „normal“ fotografieren (-;

Hier soll es aber um den Einsatz in der Nah- und Makrofotografie gehen.

Durch die kurze Brennweite kann man das Objektiv sehr gut aus der freien Hand nutzen, da schon Belichtungszeiten von etwa 1/100s ausreichen um scharfe Bilder zu bekommen. Die geringe Lichtstärke ist für den typischen Einsatzbereich ausreichend, weil meistens eh abgeblendet wird um die Tiefenschärfe zu erhöhen. Durch die kurze Brennweite entstehen sehr natürlich wirkende Bilder.

Die Bildqualität ist auch schon bei offener Blende hervorragend. Es entstehen scharfe und kontrastreiche Bilder.

Die geringe Brennweite hat aber auch zur Folge, dass die Naheinstellgrenze naturgemäß sehr gering ausfällt. Der freie Arbeitsabstand (Linse-Objekt) beträgt beim AM von 1:1 lediglich ca. 3,5 cm, bei AM 1:2 etwa 5,8 cm (selbst ermittelt). Da kann es sein, dass der Tubus das Objekt der Begierde abschattet.

In der Praxis sind diese Nachteile für mich allerdings nicht besonders gravierend. Bei der Fotografie von Schmetterlingen ist ein AM von 1:2 oft schon zuviel, wenn man nicht gerade ein Porträt anfertigen möchte, aber auch das ist möglich, wenn man auf den Schattenwurf achtet.

Idealerweise eignet sich das 35er natürlich für die Table-Top-Fotografie und für Bilder von Pflanzen und anderen Objekten, die nicht so schnell das Weite suchen. Wie schon gesagt, entsteht ein natürlich wirkender Bildeindruck, anders als bei Telemakros. Außerdem sind bei der kurzen Entfernung störende Halme oder ähnliche Dinge nicht so häufig.

Auf Blüten sitzende Insekten, wie Schmetterlinge oder Hummeln „gehen“ mit dem Zuiko auch sehr gut. Nach meinen Erfahrungen lassen sich die Tierchen nicht erschrecken. Man muss eher aufpassen, dass man sie nicht versehentlich zerquetscht (-; Auch Libellen habe ich mit etwas Geduld abgelichtet.

Als Makroblitz verwende ich den Metz mecablitz 15 MS-1, der direkt (mittels Adapter) in das Filtergewinde geschraubt wird. Er arbeitet übrigens mit dem Olympus-Blitz-Remotesystem zusammen (außer FP).
Der Blitz steht etwa 3,5 cm über dem Frontgewinde des Objektives heraus, so dass er bei kleinen Abbildungsmaßstäben nicht genutzt werden kann.

Mein Fazit:

Ein sehr günstiges Makroobjektiv, das sich sehr gut zum Fotografieren von Pflanzen und Table-Top (z.B. für Auktionsfotos) eignet.
Auch Insekten sind mit etwas Üben möglich. Aufgrund der geringen Lichtstärke (Freistellung) als Portraitobjektiv nur eingeschränkt geeignet.

Für mich ist ein großer Vorteil, dass es sich auch sehr gut ohne Stativ einsetzten lässt.

Die Bildqualität ist hervorragend und die Verarbeitung gut.

Wer also eine Olympus mit Doppel-Zoom-Kit sein Eigen nennt, kann sich mit diesem Objektiv preisgünstig den faszinierenden Makrobreich erschließen.