Olympus Zuiko Digital Objektive - Welches Objektiv für welchen Zweck

Home
Standard System
Pro System
Top-Pro System
Sigma FT
Erfahrungsberichte
Fotoideen

Erfahrungsbericht über das Olympus Zuiko Digital ED 12-60 mm 1:2,8-4,0 SWD

 

Das „12-60“ ist aus der „Pro“- Reihe der ZUIKO Objektive. Es ist spritzwassergeschützt, hat einen 5-fach Zoom und ist relativ lichtstark. Außerdem hat es einen Ultraschallantrieb(SWD), der es sehr schnell fokussieren läßt. Anders als bei den ZUIKO’s ohne SWD kann jederzeit manuell beim fokussieren eingegriffen werden und man spürt einen Widerstand wenn der Einstellbereich endet. Ausserdem ist es innenfokussierend, das heißt es ändert beim scharfstellen nicht seine Länge. Die minimale Aufnahmentfernung beträgt nur 25cm ab Sensorebene und es bietet eine 0,28 fache Vergrößerung.
Mit seinen 575 Gramm liegt es satt in der Hand und es hat einen Filterdurchmesser von 72mm. Die Verarbeitung macht einen hochwertigen Eindruck. Da ist kein Spiel und da wackelt nichts. Der etwa 2,5 cm breite Ring zum Einstellen der Brennweite ist auf der Kameraseite angebracht.
Man kann die eingestellten Brennweiten 12, 18, 25, 35, 50 und 60mm direkt ablesen. Der Ring ist griffig gummiert. Dann folgt das Fenster zum ablesen der Entfernung in Meter und Feet, anschließend der Schärfering, der natürlich auch ein griffiges Profil hat.
Vorne ist natürlich Platz für die mitgelieferte, segmentierte Streulichtblende.
Im Gegensatz zu vielen anderen Standardobjektiven bietet das ZUIKO einen 5 fachen Zoombereich.
Die kleinbildäquivalente Brennweite beträgt 24-120mm. Es stößt damit schon in den Superweitwinkelbereich vor. Die Verzeichnung hält sich in Grenzen, kann aber in der Architekturfotografie zu Problemen führen. Die Bildqualität ist vom allerfeinsten und das auch schon bei offener Blende.
In den Tests, die ich bisher gelesen habe wird es überragend bewertet. Leider verliert das Objektiv beim Zoomen an Lichtstärke.  Folgende Werte habe ich ermittelt:

Brennweite            größte Blende

12mm                2.8

18mm                3.1

25mm                3.5

35mm                3.7

50mm                4.0

60mm                4.0

Olympus E-520; Zuiko 12-60; 60mm; f4.5; 1/350s; ISO 200zuiko12-60_3_frosch

Im Gegensatz zum 14-42 wirkt es riesig und der Gewichtsunterschied ist auch nicht zu vernachlässigen. Allerdings ist es immer noch reisetauglich. Ich hatte es auf einer zweiwöchigen Radtour zusammen mit der E-420 im Einsatz. Dann hält man zwar eher das Objektiv und nicht die Kamera, aber in der Praxis hat mich das nicht eingeschränkt. Aber wirklich kompakt ist die Kombination natürlich nicht mehr. Durch das Gewicht des Objektives ist der Schwerpunkt beim fotografieren vom Stativ etwas weit vorn. Dadurch, dass bei den mehrstelligen E-Modellen, der Body nicht so verwindungssteif ist, sackt der Bildausschnitt nach dem fixieren des Kopfes etwas ab. Allerdings nicht so, wie beim 70-300. In der Praxis ist das in den Griff zu bekommen. Bei dem Profimodell E-1 tritt das Problem jedenfalls nicht auf. Der kamerainterne Blitz wird durch das Zuiko abgeschattet, so dass ein externer Blitz schon fast zur Pflicht wird, wenn denn der Blitz zum Einsatz kommen soll.
Durch den großen Brennweitenbereich eignet sich das ZUIKO 12-60 für die häufigsten fotografischen Aufgaben. Mit einem Abbildungsmaßstab von etwa 1:2 (35-mm-Äquivalent) ist es sogar für die Nahfotografie geeignet.
Es ist das Standardzoom für die Profimodelle E-3 und E-5.
Den großen Zoombereich, die hervorragende Bildqualität und die wertige Bearbeitung lässt sich Olympus entsprechen gut bezahlen. Für ein neues Objektiv sind etwa 1000,-€ fällig. Aufpassen sollt man beim Kauf eines gebrauchten 12-60. Bei einigen älteren Objektiven funktioniert der Autofokus „nicht in der beabsichtigten Weise“. Der Fehler wurde von Olympus kostenlos repariert. Nähere Informationen findet ihr hier. Ausserdem wird vereinzelt von abgerissenen Streulichtblendenhalterungen berichtet.

Mein Fazit:

Ein Zoomobjektiv das die meisten fotografischen Anwendungsbereiche abdeckt. Allerdings zu einem entsprechenden Preis. Wenn man mit dem leichten Telebereich auskommt, ist es auch ein feines Reisezoom. Die Lichstärke ist auch anständig. Extreme Freistellungen sind allerdings nicht möglich. Da sollte man lieber zu einer lichtstarken Festbrennweite greifen oder sich im Top Pro Bereich umsehen. Für die Landschaftsfotografie, wo sowieso eine durchgehende Schärfe gewünscht ist eignet es sich hervorragend. Wie bei Olympus üblich ist die Bildqualität schon bei Offenblende vorzüglich.

Wem das Zuiko Digital ED 12-60mm, F2.8-4.0 SWD preislich zu anspruchsvoll ist oder von den Abmessungen zu groß, der sollte einen Blick auf das ebenfalls sehr gute Zuiko Digital 14-54mm, F2.8-3.5 werfen, dass es in zwei Versionen gibt. Die 2mm nach unten herum machen allerdings mehr aus als es die bloße Zahl vermuten lässt. Auch das Leica 14-50mm f/2,8-3,5 O.I.S. kann eine Alternative sein.

Weitere Fotos vom Zuiko 12-60 >>>